16. Mai 2012
Gelassenheit. Das Leben zwischen dem Verfügbaren und dem Unverfügbaren
Vortrag und Gespräch
Nr. 11./2 Abschied vom rasenden Stillstand. Zur Kunst des Verweilens

Schneller, besser, weiter – kein Zweifel, das moderne Zeitalter ist untrennbar mit Kategorien der Geschwindigkeit verbunden. Alles muss schnell gehen - der Aufenthalt vor einer roten Ampel, das langsame Hochfahren eines Computers – all diese Wartezeiten dehnen sich, in unserer Wahrnehmung, zu gefühlten Ewigkeiten: Wir haben die Kunst des Verweilens verlernt; Rastlosigkeit und Ungeduld sind die Folgen.
Doch mündet diese permanente Eile nicht früher oder später in den „rasenden Stillstand“, vor dem uns der Philosoph Paul Virilio warnt? Entschleunigung ist mehr als nur ein Modewort in einer Zeit, in der das Bedürfnis nach Ruhe und Muße immer stärker wird. Kunst, Theater und Philosophie können uns wertvolle Impulse geben, bei unserer Suche nach der verlorenen Zeit.
Referent: Dr. Ralph Fischer, Studienleiter für Kulturwissenschaft und Stadtgesellschaft, Evangelische Stadtakademie Römer9
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de
Nr. 11./4 Macht uns die Arbeit krank?

Die Restrukturierungsprozesse der letzten Jahre haben vielerorts zu einer Verkleinerung der Kernbelegschaften und damit zu erhöhter Arbeitsdichte und mehr Arbeitsdruck geführt. Wie machen sich diese Veränderungen bei den Mitarbeitenden bemerkbar? Wie verändert sich das Betriebsklima? Die Veranstaltung bezieht die Erfahrung von Ratsuchenden der Mobbing-Hotline ein, die gemeinsam von Kirchen und Gewerkschaften in Frankfurt gegründet wurde. Ausgehend von der heutigen Arbeitssituation und ihren wirtschaftlich-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geht sie der Frage nach: Was macht eigentlich „gute Arbeit“ aus? Welchen Beitrag kann Kirche dazu leisten?
Referent: Dr. Gunter Volz, Pfarrer für Gesellschaftliche Verantwortung
Nr. 11./12 Bildung – Arbeit – Muße

Die Vision eines neuen Gesellschaftsmodells aus dem Geiste des Sabbats
Wie soll in Zukunft ein neues Gleichgewicht zwischen Leben und Arbeiten aussehen? Die Erwerbsarbeitsgesellschaft verändert sich grundlegend, Bildung und Muße nehmen an Bedeutung für das Leben in modernen Gesellschaften zu. Städte verlangen in besonderer Weise nach Lebensformen, in denen Arbeit, Bildung und Muße ausbalanciert sind. Sie sind Marktplätze mit hoher Attraktivität für die Erwerbsarbeit, Orte mit einer Vielzahl von Bildungsangeboten und kulturellen Aktivitäten. Wie Bildung, Arbeit und Muße in ein lebendiges und ausgeglichenes Verhältnis gebracht werden können, lässt sich aus der biblischen Weisung, den Sabbat als Tag der Ruhe und der Freiheit einzuhalten, entwickeln. Der Vortrag lädt ein, sich selbst an der Entwicklung einer solchen Vision städtischen Lebens zu beteiligen.
Referent: Werner Schneider-Quindeau, Stadtkirchenpfarrer an der St. Katharinenkirche
Bild: Uschi Dreiucker / pixelio.de
