Mittwoch,
16. Mai 2012
19.30 Uhr

Gelassenheit. Das Leben zwischen dem Verfügbaren und dem Unverfügbaren

Vortrag und Gespräch

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Nr. 11./8 Reden über das Schweigen

Bild mit zwei zugewandten Gesichtern

Die Botschaft der Marlies Flesch-Thebesius aus Frankfurt 

Marlies Flesch-Thebesius ist Frankfurter Urgestein. Sie wurde 1920 in dieser Stadt geboren, die Eltern, der Chirurg Max Flesch und die Mutter Amelie Thebesius, gehörten zu den tonangebenden Schichten der Stadt. Protestantisch, bildungsbürgerlich, national gesonnen. Ein privilegiertes Elternhaus. 

Bis 1933. Dann wurde die väterliche Herkunft aus der seit 1530 in Frankfurt ansässigen jüdischen Familie Flesch für die Familie zum Makel, zum Argument der Ausgrenzung – und für Marlies Flesch-Thebesius zum Lebensthema. 

Es hat lange gedauert, bis sie sich die ehemalige Pfarrerin ihm stellte. Denn die zuhause ausgegebene Parole „Hauptsache Schweigen“ hat ihr, die den Nazis als „Vierteljüdin“ galt, lange den Mund versiegelt. Mit dem Buch gleichen Titels brach sie mit dem Schweigegebot des Elternhauses und erzählt vom Leben einer Frankfurter Familie, in  deren Stammbaum es „dunkle Flecken“ gab und die alles tat, um diese zu verdecken und nicht zum Thema werden zu lassen. 

Gisela Brackert macht deutlich, dass die publizistische Arbeit von Marlies Flesch-Thebesius über eine Familien-Geschichte weit hinaus geht und die schmerzhafte Frage stellt: Müssen wir, 2011, im „Jahr der Taufe“, nicht auch vom Verrat an der Taufe sprechen, in den sich evangelische Kirchen und Gemeinden durch Ausgrenzung ihrer getauften Mitglieder jüdischer Abstammung während des Dritten Reiches hinein manövrierten? 

Referentin: Gisela Brackert, langjährige Radio-Journalistin und Synodale, gehört zum Autoren-Team der kirchlichen Sendereihen „Zuspruch am Morgen“ und „Evangelische Morgenfeier“ in hr 2.

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de 

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Nr. 11./13 A. Schweitzer und die Ehrfurcht vor dem Leben

Bild von albert Schweitzer

Lesung, Musik und Gespräch   

Albert Schweitzer galt bis in die sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts als Vorbild für gelebte Humanität. Aktuell ist der Film zum Leben Albert Schweitzers, der inzwischen in vielen Kinos gezeigt wurde. Albert Schweitzers Werk, nun ca. 50 bis 100 Jahre alt, zeigt in verschiedenen fachlichen Facetten eine unerwartete Aktualität. 

Während der Lesungen wechseln sich Texte aus Schweitzers Werk mit der Musik Johann Sebastian Bachs ab.

Mögliche Schwerpunkte: 
Gespräche über das Neue Testament, Verfall und Wiederaufbau der Kultur, Berichte aus Lambarene, In der Anziehungskraft Goethescher Sonne, Völkerfrieden

Referent: Walter Schiffer M. A., Mag. Theol., Pädagoge, Theologe, Sprecher (AAP)

Eine Lesung ist ein Besuch in der Seelenapotheke (PSYCHES IATREION). Seit Jahrhunderten ist man der Auffassung, dass das Lesen und das Lernen bedeutsamer Texte heilsame Auswirkungen auf die Seele habe. Heute weiß man darüber hinaus: Während des  Vorleseprozesses kommen durch Sprachmelodie, Akzentuierung usw. (Prosodie) die zum Ausdruck gebrachten Emotionen beim offen Hörenden in Resonanz: Das im geschriebenen Text Eingefangene erscheint im alt-neuen Gewand.

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