Mittwoch,
16. Mai 2012
19.30 Uhr

Gelassenheit. Das Leben zwischen dem Verfügbaren und dem Unverfügbaren

Vortrag und Gespräch

mehr

Nr. 11./1 „Das Brot der Ermutigung“. Poesie und Gebet bei Dorothee Sölle

Dorothee Sölle,  protestantische Theologin, Autorin und leidenschaftliche Streiterin gegen Unrecht und Unterdrückung hat in ihrem Leben (1929-2003) viele Menschen erreicht.  Und viele Menschen gestört. Für die einen war sie fast eine Heilige, für die anderen eine Nervensäge. 

Gisela Brackert möchte uns eine dritte Dorothee Sölle nahebringen. Eine Poetin.  „Immer wenn ich eine Zeitlang kein Gedicht geschrieben habe, fehlt mir etwas“ notierte Sölle einmal und fand, je älter sie wurde, dass Dichtung auch eine Sprache der Theologie sein sollte. Weil sie geeigneter sei von Gott zu reden als die Sprache der nachaufklärerischen Theologie mit ihren vielen Begriffshülsen. Dorothee Sölle suchte nach unvernutzten und persönlichen Bildern. Denn Dichten und Beten – das sind für Dorothee Sölle keine getrennten Erfahrungen. Gisela Brackert möchte dieses „Brot der Ermutigung“ in Lesung und Interpretation weiter reichen. 

Referentin: Gisela Brackert, langjährige Radio-Journalistin und Synodale, gehört zum Autoren-Team der kirchlichen Sendereihen „Zuspruch am Morgen“ und „Evangelische Morgenfeier“ in hr 2.

Nach oben

Nr. 11./3 Schöpfungserzählung und Wirklichkeit

Bild eines aufgeschlagenen Buches

Die Frage nach der Weltentstehung hat sich seit der Epoche der Aufklärung im 19. Jh. zu einem dauerhaften Streitthema ausgeweitet. Das biblische Schöpfungsargument ist den modernen Naturwissenschaften einerseits, und, im Gegenzug, religiös-fundamentalistischen Bewegungen nachhaltig ausgesetzt. Eine Klarstellung der biblischen Aussageabsicht in ihren kulturellen Kontexten ist daher immer wieder anzustreben.

Der Vortrag rückt die Auffälligkeiten des ersten Schöpfungsberichtes (Gen 1,1-2,4a) über die Entstehung von Zeit, Raum und Materie in den Fokus. Neuzeitliche theologische Thesen über das freie schöpferische Handeln des alttestamentlichen Gottes werden dargestellt auf dem Hintergrund altorientalischer Reliefausschnitte, Texttafeln und kosmologisch - naturkundlicher Fotografien. 

Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur freien Diskussion.

Referentin: Claudia Schröter, Diplomtheologin

Bild: memephoto / pixelio.de

Nach oben

Nr. 11./5 Der Islam gehört zu Deutschland?!

Buchcover der Dokumentation "Religion und Migration" 2010

Erfahrungen und Perspektiven aus dem interreligiösen Dialog in Frankfurt

Nicht erst seit Thilo Sarrazin und der Rede von Bundespräsident Wulff zum Tag der deutschen Einheit 2010 entwickelt sich die Debatte über gelingende oder nicht gelingende Integration zu einer Debatte über „den Islam“ in Deutschland. Negative Schlagzeilen dominieren häufig das Bild der Muslime in der Öffentlichkeit. Wie sieht die Realität gelebten, muslimischen Lebens in Frankfurt aus? Welche Rolle spielt der interreligiöse Dialog im Blick auf Integration?  

Gespräch mit Ilona Klemens, Pfarrerin für Interreligiösen Dialog und Naime Cakir, Religionswissenschaftlerin und Vorsitzende des Kompetenzzentrums Muslimischer Frauen Rhein-Main

Nach oben

Nr. 11./6 Dietrich Bonhoeffer: „Es gibt durch jedes Ereignis ... einen Zugang zu Gott.“

Foto von Dietrich Bonhoeffer

Nicht Nationalität, Beruf, Geschlecht oder allgemeine Glaubens- und Wertvorstellungen machen den Sinn des Lebens aus, sondern ihr Verhältnis zu den konkreten Erfahrungen eines Lebenslaufs.

Das wechselseitige Verhältnis von Leben und Denken, von Praxis und Theorie, von Glaube und Theologie hat von Anfang an Dietrich Bonhoeffers Leben bestimmt.

Seine Gedanken über die Präsenz Jesu Christi in einer autonom gewordenen Welt, seine biblisch-ethischen Ausführungen lassen auch heute aufhorchen. Denn Bonhoeffer suchte das, was gerade ‚heute’ wahr ist. Seine letzten Überlegungen galten der Welt in ihrer gegenwärtigen Wirklichkeit und weisen darüber hinaus in die Postmoderne.

Der zeitgeschichtliche Vortrag folgt den Lebensdaten Bonhoeffers. Seine Familienwelt, der individuelle Lebensweg und das fortwirkende theologische Gedankengut werden vorgestellt und mit Fotografien veranschaulicht. Anschließend besteht gern die Möglichkeit zu Gesprächsbeiträgen.

Referentin: Claudia Schröter, Diplomtheologin

Nach oben

Nr. 11./11 „Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt.“ (EG 361)

Bild eines aufgeschlagenen Gesangbuchs

Der Lieddichter Paul Gerhardt zu Beginn des dritten Jahrtausends und im Spiegel seiner Epoche

Das evangelische Gesangbuch geleitet mit insgesamt 26 Paul Gerhardt-Texten durch das Kirchenjahr, „Wie soll ich dich empfangen“ (EG 11), „Nun lasst uns gehn und treten“ (EG 58), „Du meine Seele, singe“ (EG 302), u.v.a. – Zum Weltkulturerbe gehört heute der Choral „O Haupt voll Blut und Wunden“, den Joh. Seb. Bach in seine Passionsmusik einfügte.

Paul Gerhardts Dichtungen aus dem 17. Jahrhundert haben mit ihrer Kritik an Reichtum und Macht nicht nur die Zeiten überdauert, sie haben auch konfessionelle und sprachliche Schranken überwunden. Sie wurden in europäische, aber auch in afrikanische und asiatische Sprachen übersetzt. Sie fanden Eingang in die katholischen Gesangbücher und werden auch in der reformierten Kirche gesungen.

Der Vortrag mit Bildmaterial zur Biographie und einigen Musikeinlagen zum Werk des Lieddichters bietet ein  weites Fundament für anschließende Gesprächsbeiträge.

Referentin: Claudia Schröter, Diplomtheologin

Bild: Grace Winter / pixelio.de

Nach oben