3. und 11. Dezember 2008

"A STAR IS BORN?"
Jesus Christus im aktuellen Film und im Internet

Zur Adventszeit veranstaltete Römer9 ein besonderes "Special": An zwei Abenden wurde nach der medialen Verarbeitung der Figur Jesu Christi im aktuellen Film als "klassischem Medium" und im Internet als Inbegriff der "Neuen Medien" gefragt. Die Veranstaltungsreihe stimmte damit auf besondere Weise ein auf das "Fest der Geburt Jesu Christi" und spürte im Spiegel der Medien den Projektionen, Hoffnungen und Befürchtungen nach, die sich mit dem vom Christentum als Erlöser und Heiland bezeugten "Sohn Gottes" gegenwärtig verbinden.
In einem ersten Vortrag vom Prof. Dr Inge Kirsner über "Jesus im Film" am 3. Dezember wurde an Beispielen deutlich, wie stark selbst aktuelle Filmschaffende den gängigen Vorstellungen und "Klischees" über ihn verhaftet bleiben.
Am 11. Dezember erläuterte PD Dr. Ilona Nord die multimediale und interaktive Dynamisierung des Jesusbildes im Internet. In ihrem Referat "Jesus im Internet? Chancen, Gefahren und warum Virtualität zum Glauben dazugehört" vertrat sie zudem die These, dass das Internet mit seinen virtuellen Realitäten einen für den Glauben grundlegenden "Möglichkeitsinn" befördere.

Bildnachweis: "Daniel Werkle" bei Photocase 


      

5. bis 24. November 2008

1000 PEACEWOMEN
Ausstellung und Veranstaltungsreihe

Da Frauen bislang nur sehr selten mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurden, setzte sich das Projekt zum Ziel, mutige, oft unter Einsatz des eigenen Lebens weltweit handelnde "Friedensfrauen" bekannt zu machen, deren Engagement kaum gewürdigt wird und wurde. Der Eröffnung der Ausstellung (u.a. mit Corry Knijff von "Terre des Femmes"), die über die Stadtakademie, die Alte Nikolaikirche und das Evangelische Frauenbegegnungszentrum verteilt war, folgten ökumenische Frauengottesdienste, eine Podiumsdiskussion zur Genderperspektive in der Friedensarbeit mit Eva Quistorp, Dr. Simone Wisotzki und Selmin Caliskan, ein Filmabend ("Rachida"), ein ökumenischer Bussgang zum Buss- und Bettag sowie eine Lesung mit Fadumo Korn (Somalia/München).

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28. Oktober 2008

"FREIHEIT, DIE ICH MEIDE...?"
Frankfurter Religionsgespräche

Wieviel Zündstoff der Freiheitsbegriff  in sich trägt, zeigte eindrucksvoll das zweite Frankfurter Religionsgespräch. Nach einer beeindruckenden Inszenierung der berühmten "Marquis von Posa"- Szene aus Schillers "Don Carlos" durch das Theater Willy Praml (Foto) konfrontierten die Gesprächsteilnehmenden einander rasch mit ihren sehr unterschiedlichen Vorstellungen zu und von "Freiheit". Während Kirchenpräsident Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Steinacker den Glauben als Fundament der Freiheit einforderte, gab Prof. Dr. Ulrich Oevermann zu bedenken, dass die Mechanismen der Aushöhlung von Freiheit heutzutage viel subtiler und häufig schwerer auszumachen seien. Elisabeth Abendroth vom Hessischen Wissenschaftsministerium kritisierte besonders die mit einer "geistlichen Freiheit" verbundene Gefahr einer Vernachlässigung ihres politischen Anspruchs. Leo Fischer, Chefredakteur der Satirezeitschrift "Titanic", konnte eigene Erfahrungen mit der Freiheit und ihren Grenzen aufgrund der Absage eines von der Titanic initiierten "Ähnlichkeitswettbewerbes mit dem Propheten Mohammed" beitragen. 

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27. Oktober 2008

SEELENBRETTER
Ein Workshop mit der Künstlerin Bali Tollak

20 Personen transportieren ihre mitgebrachten Bretter in den Saal. Dort sieht es aus wie in einer Malwerkstatt.
Der Workshop wird eröffnet mit einer Liturgie und der Suche nach "Seelensprüchen". Ausgehend von den Totenbrettern, die bis ins 19. Jahrhundert in ländlichen Gegenden üblich waren, entwickelte die Künstlerin Bali Tollak die farbenfrohe Gestaltung von Seelenbrettern. Sie sind keine Bahrbretter für Verstorbene, sondern ein "memento mori" für Lebende. Der Tod ist die einzige Gewissheit, die alle Menschen über alle Kulturen und Zeiten hinweg gemeinsam haben. Die Seelenbretter wollen die Betrachtenden zum Stillwerden und Nachdenken einladen. Mit Sammlung und Konzentration beginnen einige zu malen und erzählen: "Dieser Spruch ist für meine/n Freund/in; für eine Person, die ich im Sterben begleitete; hier sind Gedanken zu meinem eigenen Tod; das zeigt meine Trauer, die ich nicht zulassen wollte; hier steht etwas, was ich meinen Kindern weitergeben möchte ...
Bali Tollak berät und begleitet die Teilnehmenden in diesem Prozess. Zum Abschluss folgt die Präsentation der Seelenbretter. Eine nachdenkliche und gesammelte Stimmung ist im Raum, als ob ein Engel vorbeifliege.
Der Workshop fand als Folge des diesjährigen "Tages des Friedhofs" in Kooperation mit der Katholischen Erwachsenenbildung statt. 

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22. bis 24. Oktober 2008

FREMDE HEIMAT
Morgenakademie

Zum zweiten Mal wurde in Kooperation mit der Universität des 3. Lebensalters an der Goethe-Universität, dem Historischen Museum und der Arbeitsstelle für Erwachsenenbildung/Seniorenarbeit des Evangelischen Regionalverbands eine Morgenakademie für Seniorinnen und Senioren durchgeführt, die das Thema "Fremde Heimat" speziell aus der Sicht älterer Menschen beleuchtete. 
Am ersten Vormittag steckte der Kulturanthropologe Prof. Dr. Heinz Schilling das Thema begrifflich mit seinem Vortrag "Zwischen den Kulturen Wurzeln" ab, bevor die neue Frankfurter Integrationsdezernentin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg (Foto) konkrete Einblicke in die Probleme älterer Frankfurterinnen mit Migrationshintergrund vermittelte.
Am zweiten Tag wurde ein historischer Bogen gespannt: Zunächst referierte Prof. Dr. Dr. h.c. Günther Böhme (Bildungsphilosophie und Bildungsgeschichte) von der Universität des 3. Lebensalters über Mobilität in der Geschichte. Sein Thema war "Die Völkerwanderung und die Grundlegung Europas".  Ihm folgte der aktuelle Blick auf Mobilität heute durch den Ethnologen Prof. Dr. Dieter Kramer in seinem Vortrag: "Migration als Unterfutter der Globalisierung".
Zum Ausklang entwarf am letzten Vormittag Canan Topcu von der Frankfurter Rundschau "Perspektiven des multikulturellen Zusammenlebens" in einem Ausblick auf die Zukunft. Die Veranstaltungstage wurden eingeleitet mit kurzen ästhetischen Beiträgen zum Thema "fremde Heimat" aus Film, Literatur und Musik. An den Nachmittagen fanden neben einer Führung durch die Migrationsausstellung des Historischen Museums ein Literaturgespräch zu Familiengeschichten und Migration in der Literatur sowie eine Biografiewerkstatt statt, in der die TeilnehmerInnen ihren eigenen "Kindheitsbaum" herstellen konnten.

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16. Oktober 2008

MOSES, JESUS UND MOHAMMED -
EINE MÄNNERWIRTSCHAFT
Podiumsdiskussion
Kooperationsveranstaltung 
des Arbeitskreises "Trialog der Religionen"

Drei Männer und eine Moderatorin führen eine exzellente Diskussion, humorvoll, tiefgehend, mit anregenden Beispielen aus der eigenen Lebensgeschichte. Sie fragen nach Identifikation mit männlichen Rollenbildern, ihrer Prägung und eigenen Auseinandersetzung.
Von Moses, Jesus und Mohammed wissen wir nur aus der Überlieferung. Beeinflussen sie bis heute unser Bewusstsein und unser Tun? Als Religionsmittler stehen die drei für bestimmte Glaubenssätze. Daniel Kempin vom egalitären Minjan der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt reflektiert kritisch die Rolle von Mose: ein jämmerlicher Stratege, ein Anführer, der seine Aufgabe nicht annehmen will und ihr nicht gerecht wird.
Dr. Hans Prömper, Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung, organisiert seit Jahren Männergruppen und engagiert sich in patriarchatskritischer Analyse. Er beschreibt, wie Jesus wohl heute als "looser" gesehen würde. Abdulqadir Schabel, Islamreferent, referiert zum Leben und Wirken des Propheten Mohammed, seinem Verhältnis zu Frauen und häuslichen Aufgaben. Welche Wirkung ging und geht von den Religionsmittlern aus? Welche männlichen Verhaltensweisen sind dabei als exemplarisch zu sehen? Wofür stehen Moses, Jesus und Mohammed für heutige Männer in ihrer jeweiligen Rolle als Sohn, Mann, Ehemann und Vater?
Bei der "Männerwirtschaftsdiskussion" erfolgt eine lebhafte Debatte im Publikum. Ulrike Holler, Journalistin, moderiert bravourös, nachhaltig am Thema mit ihren Fragen und Kommentaren.
Nach der Veranstaltung geht die Diskussion am Tresen weiter. Für 2009 plant der Arbeitskreis "Trialog der Religionen" eine Fortsetzung mit dem Thema "Frauenwirtschaft".

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5. September 2008

MAN WIRD NICHT ALS FRAU GEBOREN
Simone de Beauvoir zum 100. Geburtstag, Studientag

220 Personen kamen, saßen dichtgedrängt im Saal und auf der Empore, mischten sich ein in das Gespräch anlässlich des 100. Geburtstages von Simone de Beauvoir. Ihre Aussage "Man wird nicht als Frau geboren" lockte Teilnehmende im Alter von 20 bis 80 Jahren. Sie galt als Ikone der Frauenbewegung, engagierte Philosophin und Schriftstellerin.
"Freiheit ist die einzige Bestimmung der menschlichen Existenz" zitierte die Philosophin Ursula Konnertz aus Tübingen zur politischen Existenzphilosophie. Professorin Dr. Barbara Vinken verblüffte und zeigte eine andere Seite durch ihren Vortrag "Liebe schreiben: Simone de Beauvoir und Teresa von Avila", als Ideal der vollkommenen Frau und Gottesliebe als Zeichen der Wollust.
Professorin Dr. Barbara Hahn, Vanderbilt University, und Professorin Dr. Claudia Gather, FHW Berlin, eröffneten eine kritische Debatte und zeigten die Widersprüche in Beauvoirs Publikationen. Deutlich wurde, dass Simone de Beauvoir keineswegs vergessen ist. Das anspruchsvolle Programm und Podiumsgespräch eröffnete einen philosophischen Diskurs. Simone de Beauvoir war "presente" als Zeitzeugin, entgegen allen Verabsolutierungen.
"Das ist doch ein gutes Geburtstagsgeschenk" sagte eine Teilnehmerin zum Abschluss dieser Kooperationsveranstaltung.

Eine Publikation der Vorträge ist in der "Polis-Reihe" der HLZ geplant.

Bildnachweis: "unknown user" bei photocase

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24. Juni 2008

KUNST UND UTOPIE
Now Future, Diskussion

Zum Abschluss der Reihe "Now Future" deutete die Archäologin und Kunsthistorikerin PD Dr. Caterina Maderna im Gespräch mit den Künstlern Eva Köstner und Oliver Tüchsen deren ausgestellte Werke im Hinblick auf Utopie. Sei diese zwar eine problematische Kategorie geworden, bleibe sie dennoch ein zentraler Bezugspunkt der Kunst. Maderna unterschied ferner den Begriff der "Vision", der auch ein chaotisches Element eigen sein könne, von der strukturierteren und sozial dimensionierten Utopie. 

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17. Juni 2008

KULTUR UND KATASTROPHE
Now Future, Vortrag

Anhand von verheerenden Sturmfluten der jüngeren und älteren Historie verdeutlichte Prof. Dr. Norbert Fischer, Kultur- und Sozialhistoriker an der Universität Hamburg, wie Naturkatastrophen zugleich als kulturelle Krisenphänomene immer auch dramatische und tiefgreifende Veränderungen der politischen und gesellschaftlichen Strukturen erzwingen, um angemessenere Reaktionen, Bewältigungsstrategien und Vorbeugung zu ermöglichen. Von hier aus wurde der Bogen entsprechend des übergeordneten Themas "Now Future" gespannt zu kritischen Fragen nach dem Verantwortungsbewusstsein gegenwärtiger Politik etwa im Hinblick auf den prognostizierten Klimawandel.

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14. Juni 2008

WIEDERKEHR DER UTOPIEN?
Now Future, Studientag

Mit der Bedeutung, die utopischem Denken und utopischen Entwürfen in der gegenwärtigen Politik, in der Religion und der Popkultur zukommt, befasste sich ein interdisziplinärer Studientag mit drei Referierenden: Dr. Axel Rüdiger, Politologe an der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg, vertrat in seinem Vortrag "Wer Visionen hat, sollte lieber zum Arzt gehen!" - Politisches Handeln zwischen Pragmatismus und der Sehnsucht nach einer besseren Welt die These der Unverzichtbarkeit der Utopie für eine engagierte Politik.
Die Theologin und Autorin Dr. Sybille Fritsch-Oppermann referierte unter der Überschrift "Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde" - Biblische Endzeittexte als Herausforderung für aktuelle Theologie und Verkündigung über deren Korrespondenzen mit der postmodernen Philosophie.
PD Dr. Jürgen Arndt vom Musikwissenschaftlichen Seminar Detmold verfolgte Spuren des Utopischen in der Popkultur anhand der Musik Frank Zappas und Björks wie des Science-Fiction-Genres. Titel seines Vortrags war: "The Man from Utopia meets Mary Lou?"-Pop?Musik?Utopie? 

Bildnachweis: "luxuz::." bei photocase 

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9. Juni 2008

PROTOTYPE HOME 2015
Now Future, Präsentation

Ein prämiertes Modell zukunftsweisenden ökologischen Bauens stellte Dipl.- Ing. Isabell Schäfer mit einem Kollegen von der TU Darmstadt vor. Studierende und wissenschaftliche MitarbeiterInnen im Fachgebiet "Entwerfen und Energieeffizientes Bauen" hatten dort ein Haus konzipiert und gebaut, das auf dem "Solar Decathlon" in den USA, einem Wettbewerb um die umweltverträglichsten Bauprojekte, den ersten Preis gewann. Das Auditorium folgte interessiert der Präsentation der Planungs, - Bau- und Wettbewerbsphase durch die Referierenden.

Bildnachweis: "akai" bei photocase

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3. Juni 2008

ZUKUNFTSSZENARIEN
Now Future, Vortrag

Der renommierte Zukunftsforscher Prof. Dr. Gerhard de Haan von der Freien Universität Berlin, u.a. Vorsitzender des Nationalkomitees der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung", Mitglied im Fachausschuss Wissenschaften der Deutschen UNESCO-Kommission und Professional Member der World Future Society, führte im Rahmen der Reihe "Now Future" in die neue und spannende Disziplin "Zukunftsforschung" ein. Dabei informierte er darüber, was ZukunftsforscherInnen tun, wie sie ihre Erkenntnisse gewinnen und inwieweit sie tatsächlich das gegenwärtige politische, soziale oder ökonomische Handeln beeinflussen. Er wies u.a. darauf hin, dass es nicht um die Prognose einer bestimmten Zukunft, sondern um das reflektierte und kreative Entwerfen vieler möglicher "Zukünfte" gehe. 

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29. Mai 2008

NOW FUTURE
Ausstellungseröffnung

Zu Beginn der Reihe "Now Future", die Gedanken, Befürchtungen und Hoffnungen in bezug auf "Zukunft" im Jahr 2008 beleuchtete, wurde, begleitet von großer Publikumsresonanz, eine gleichnamige Ausstellung mit Zeichnungen von Eva Köstner und einer Rauminstallation von Oliver Tüchsen eröffnet. Kurator Christian Kaufmann erläuterte in einem Referat u.a. die Bezüge zwischen den Kunstwerken und dem Utopiedenken etwa Ernst Blochs.

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27. Mai 2008

FEMINISMUS IST POP!
Podiumsdiskussion

Podiumsteilnehmerinnen aus der 68er-Bewegung referierten gemeinsam mit jüngeren Frauen wie der Autorin Sonja Eismann, ob an den Erfahrungen der bisherigen Frauenbewegung angeknüpft werden kann. 250 Personen - Frauen und Männer - diskutierten lebhaft die Frage nach einem neuen Feminismus und den heute aktuellen Frauen- und Männerbildern. Professorin Ute Gerhard und Professorin Lotte Rose berichteten von den Anfängen der Frauenbewegung an den Universitäten, Thea Vogel vom Start im Frankfurter Frauengesundheitszentrum. Als Künstlerin und Mitbegründerin des Frankfurter "Weiberrats" wieß Hilde Wackerhagen darauf hin, dass heute Frauen im wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Bereich immer noch benachteiligt sind. Die ungleiche Bezahlung für Frauenarbeit, die Armut Alleinerziehender und die zunehmende Altersarmut von Frauen seien ein wichtiges Indiz. Statt der Etikettierung "alter bzw. junger Feminismus" sei es an der Zeit, Frauenthemen als Gesellschaftsthemen zu behandeln.
Während der Diskussion zu heutigen "Alphamädchen" und der Publikation "Feuchtgebiete" von Charlotte Roche gab es die treffende Aussage, dass jede Generation eine eigene feministische Ausdrucksform suche.
Auch nach der Veranstaltung diskutierte das Publikum im benachbarten Lokal heftig weiter, - das Thema gärt und poppt.

Bildnachweis: "gerlinde" bei photocase

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26. Mai 2008

PROTEST UND PROTESTANTISMUS
Die 68er und die Aufhebung der Religion

In einer Kooperationsveranstaltung mit der Evangelischen Akademie Arnoldshain referierte der Direktor der Arnoldshainer Akademie, Dr. Hermann Düringer, über die komplexen Bezüge zwischen der Evangelischen Kirche und der 68er-Bewegung von Solidarisierung bis Kritik und Ablehnung. Zur Sprache kamen theologische, zeitgeschichtliche und politische Zsammenhänge wie auch eher persönliche Statements. Hilde Wackerhagen vom Frankfurter "Weiberrat" kommentierte den Vortrag und brachte ihre kritische Einschätzung der Entwicklung seit den 1968er Jahren zum Ausdruck.

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20. Mai 2008

ALLE LUST AUF EWIGKEIT?
Frankfurter Religionsgespräche I

Die Bedeutung von Ewigkeitsvorstellungen in der gegenwärtigen Kultur und Gesellschaft war Thema des ersten Frankfurter Religionsgesprächs Römer9, das künftig zweimal im Jahr VertreterInnen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Kultur und Theologie zu interessanten Diskussionen über religiöse Themen - aus der je eigenen Perspektive betrachtet - zusammenführen wird. Das Konzept steht damit in der Tradition der seit der Reformation betonten protestantischen "Freiheit eines Christenmenschen" zum und im Dialog zwischen Religion und Gesellschaft. Wie fruchtbar dieser Dialog sein kann, zeigte sich schon in der Auftaktveranstaltung, in der sich die argumentativen Pfade der Erziehungs- und Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Gronemeyer, der Direktorin des Museums der Weltkulturen, Dr. Anette Rein, des Präsidenten der Frankfurt School of Finance&Management, Prof. Dr. Udo Steffens, und des Direktors des Theologischen Seminars Herborn, Prof. Dr. Peter Scherle, kreuzten. Zentrale Fragen waren u.a. die nach der "Jenseitigkeit" oder "Diesseitigkeit" von Ewigkeitsvorstellungen oder das Problem ihrer schwierigen Vereinbarkeit mit den alltäglichen pragmatischen Lebenskontexten.
Die von Ulrike Holler moderierte Runde eröffnete eine beeindruckende Performance des Theaters Willy Praml. 

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14. bis 16. Mai 2008

DAS LEBEN-EIN SCHATZ!
Kinderakademie

Zum zweiten Mal veranstaltete Römer9 in Kooperation mit dem Diakonischen Werk für Frankfurt sowie den Gemeinden Gethsemane, St. Paul und St. Peter eine sehr gut besuchte Kinderakademie. 
Kunst und Kultur verknüpften sich im Thema "Das Leben - ein Schatz" zu einer Suche nach kleinen und großen, wertvollen und persönlichen Schätzen. Drei Tage lang gingen Kinder auf Entdeckungsreise und fanden in eigenaktivem Handeln, bei kreativem Tun, Geschichten und Ausflügen (z.B. zum Domschatz, ins Archäologische Museum, in die Kinder- und Jugendbibliothek) ihre individuellen "Kostbarkeiten". 

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7. Mai 2008

MULTIKULTI - EIN IRRTUM?
Podiumsdiskussion

Zum Abschluss der Reihe "Deutsche Realitäten" steckten die Anwältin Seyran Ates und der Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Micha Brumlik unter der Gesprächsleitung von Meinhard Schmidt-Degenhard vom Hessischen Rundfunk wechselseitig ihre Positionen und Einschätzungen bezüglich des Zustands und der Perspektiven des multikulturellen Zusammenlebens in Deutschland ab. Trotz durchaus kontroverser Bewertungen etwa der pädagogischen und politischen Resonanz auf kulturelle Konflikte waren sich beide einig über den prinzipiell noch großen Handlungsbedarf.

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6. Mai 2008

DER KLEINE UNTERSCHIED UND SEINE FOLGEN
Frauenbewegung und Studentenbewegung im Geschlechterdialog - Podiumsdiskussion

300 Frauen und Männer kamen zu der Kooperationsveranstaltung, die in der zentralen Stadtbücherei stattfand. Aufmerksam verfolgten die Anwesenden die Podiumsdiskussion der Frankfurter Zeitzeuginnen und Zeitzeugen der 68er Bewegung und die lebhaften Dispute zwischen Daniel Cohn-Bendit und Jutta Ebeling.
"Die Frauenbewegung gibt es immer noch, die Studentenbewegung von damals ist überholt", äusserte eine Teilnehmerin.
Prof. Christina Thürmer-Rohr und Prof. Sibylla Flügge erinnerten an die Errungenschaften wie die Debatte um den Paragraphen 218, erste Kinderläden, Änderungen in Fragen der Gesundheit und häuslichen Gewalt, ebenso die Differenztheorie in der Frauenbewegung. Das Thema "Frauen als Mittäterinnen" wurde in den 1970ern eröffnet. Joscha Schmierer verwies auf den Nebenwiderspruch und heutige politische Auseinandersetzungen.
Was wäre passiert, wenn damals keine Separierung stattgefunden hätte? Welche Chancen gibt es heute bezüglich des Geschlechterdialogs in der politischen Debatte?

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29. April 2008

RELIGIONEN DER WELT-
ALLE ZUHAUSE IN DEUTSCHLAND?
Erzählcafé

Im Rahmen der Reihe "Deutsche Realitäten II: Heimat - zwischen Herkunft und Zuhause" erzählten ein deutscher Muslim, ein deutscher koptischer Christ, eine deutsche Hindu, eine deutsche Jüdin und ein deutscher Buddhist von ihren Erfahrungen und diskutierten über das Verhältnis iher religiös-kulturellen zur deutschen Identität.

Bildnachweis: "mrberger" bei Photocase

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26. April 2008

FIRST BREAKFAST/LAST DINNER
Performance zur Nacht der Museen

Über 800 BesucherInnen kamen zu der Performance "First Breakfast/ last Dinner" des Theaters Willy Praml, die zwischen 20 und 2 Uhr stündlich präsentiert wurde. Zwölf Schauspielerinnen und Schauspieler boten eine unkonventionelle und provokative theatralische Verarbeitung des letzten Abendmahls Jesu und liessen so die Sprache und Erzählungen der Bibel in einem völlig neuen Licht erscheinen. Passend dazu gab es für das Publikum Frühstück mit Kaffee, Tee, Kakao, Saft, Croissants und Müsli.


23. April 2008

DER KAMPF UM DIE TÜRME
Podiumsdiskussion

In der Lutherkirche im Frankfurter Nordend diskutierten Marlis Bredehorst, Sozialdezernentin in Köln, Dr. Martin Illert, Pastor an der Hauptkirche St. Michaelis in Hamburg, Ünal Kaymakci, stellvertretender Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen und Generalsekretär der Hazrat Fatima Moschee, Dr. Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums Hohenems, und Prof. Dr. Bernhard Schäfers, Institut für Soziologie, Medien- und Kulturwissenschaften der Universität Karlsruhe darüber, wie sichtbar multikulturell Städte in Deutschland heute sind bzw. sein wollen. Konsens herrschte dabei darüber, dass Moscheebauten als sichtbare Zeichen des Islam als einer in Deutschland gelebten Religion selbstverständlich sein sollten. Unterschiedliche Ansichten gab es zu der Dimensionierung sakraler islamischer Gebäude. Die von Meinhard Schmidt-Degenhard moderierte Runde war Teil der am 10. April 2008 begonnenen und in Kooperation mit dem Evangelischen Regionalverband Frankfurt und dem Ev. Dekanat Frankfurt Mitte-Ost veranstalteten Reihe "Aufbruch, Abbruch III".

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22. April 2008

"KANAKMÄN"
Kabarett mit Muhsin Omurca

Vor vollbesetztem Saal warf der Kabarettist Muhsin Omurca satirische Blicke auf die Probleme, mit denen türkischstämmige "Neu-Germanen" in Deutschland konfrontiert sind. Omurca war Gründungsmitglied des ersten türkischen Kabaretts in Deutschland, arbeitete u.a. mit Dieter Hildebrandt und hat sich mit seinen preisgekrönten Soloprogrammen, zahlreichen Auftritten in Rundfunk und Fernsehen sowie als Cartoonist zur Kultfigur entwickelt. In der Stadtakademie gastierte er als "Kanakmän - Tags Deutscher, nachts Türke" anlässlich des Veranstaltungszyklus "Deutsche Realitäten II: Heimat - zwischen Herkunft und Zuhause".

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16. April 2008

FLEXIBLE BINDUNGEN
Vortrag und Zwiegespräch

Über das "Leben und Arbeiten mit der verletzenden Ambivalenz der Postmoderne" sprach der Berliner Soziologe Mathias Stuhr im Anschluss an seinen gleichlautenden Vortrag mit dem Unternehmensberater Dr. Philipp Goedeking aus Frankfurt. Der Abend in der Reihe "Deutsche Realitäten II: Heimat - zwischen Herkunft und Zuhause" ging der Frage nach, wie die durch den Transformationsprozess von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft hervorgerufenen Dynamisierungen und teilweise erzwungenen Veränderungen der Sozialstrukturen human gestaltet werden können. Während Mathias Stuhr hier die Notwendigkeit einer beheimatenden Stabilität betonte, plädierte Dr. Philipp Goedeking eher für eine Flexibilisierung und dafür, die Wandlungen und veränderten Anforderungen der Berufs- und Lebenswelt als Chance zu begreifen.

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6. bis 11. April 2008

DER LETZTE MACHT DAS LICHT AUS!
Lichtinstallation

Anlässlich der Luminale bespielten Studierende der Kunstpädagogik die Fassade der Stadtakademie mit Lichtzeichen, die die Architektur des gegenüberliegenden Historischen Museums aufgriffen. Umgekehrt wurden auf dessen Wand Strukturen des Akademiegebäudes projiziert.

Bildnachweis: "day-walker" bei Photocase

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10. April 2008

WEM GEHÖREN DIE KIRCHEN?
Podiumsgespräch

In der Reihe "Aufbruch - Abbruch III" diskutierten Uwe Becker, Dezernent für Finanzen und Kirchen der Stadt Frankfurt, Esther Gebhardt, Vorstandsvorsitzende im Frankfurter Evangelischen Regionalverband, Prof. Dr. Gerd Weiß, Präsident des hessischen Landesamtes für Denkmalpflege, und Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Steinacker, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, über die Zukunft der evangelischen Kirchenbauten. Während seitens des Denkmalschutzes ein großes Interesse am Erhalt der schützenswerten Gebäude allein aus kulturgeschichtlichen Gründen artikuliert wurde, galt den Vertreterinnen und Vertretern der Kirche angesichts rückläufiger Zahlen beim Gottesdienstbesuch aus theologischen Gründen die Verknüpfung des kirchlichen Lebens mit der traditionellen kirchlichen Bausubstanz als nicht zwingend notwendig. Meinhard Schmidt-Degenhard (Hessischer Rundfunk) moderierte den Abend, der in Kooperation mit dem Evangelischen Regionalverband Frankfurt und dem Ev. Dekanat Frankfurt Mitte-Ost veranstaltet wurde.

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8. April 2008

FRANKFURT, BITTE LÄCHELN!
Ausstellungseröffnung

An die 180 Interessierte kamen zur Eröffnung der Ausstellung "Frankfurt, bitte lächeln!". Über mehrere Monate hinweg hatten 12 Stipendiatinnen der Crespo Foundation im Rahmen eines Projekts zur Förderung der beruflichen Integration von Migrantinnen unter professioneller Anleitung der Fotografin Gabrielle Strijewski sehr persönliche Blicke auf Frankfurt und ihre dortigen Lebenswelten eingefangen. Sie wurden nun präsentiert. Die Vernissage, auf der auch Bürgermeisterin Jutta Ebeling ein Grußwort sprach, bildete zugleich den Auftakt zur Reihe "Deutsche Realitäten II: Heimat- zwischen Herkunft und Zuhause".

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11. März 2008

GLAUBEN HEISST NICHTWISSEN
Ein Disput

In Kooperation mit der Evangelischen Stadtakademie veranstaltete hr2-kultur in Römer9 einen Disput zwischen dem Tübinger Evolutionsbiologen Thomas Junker und dem Frankfurter katholischen Religionsphilosophen Thomas M. Schmidt. Unter der Leitung von Lothar Bauerochse traten sich dabei durchaus kontrovers zwei Positionen wirklichkeitserschließenden Denkens gegenüber. Streitpunkte waren dabei vor allem, ob Glaubensaussagen auch jenseits objektivierender und methodisch kontrollierter Wissensproduktion Vernünftigkeit zugestanden werden kann, und inwieweit die neuen "Life-Sciences" die in den menschlichen Sinnfragen aufscheinenden Dimensionen verarbeiten können. Der Abend war Teil eines von hr2-kultur unter der Überschrift "Streit um Gott" oder: Die Wiederkehr des Religiösen? veranstalteten Themenwochenendes.

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29. Februar bis 2. März 2008

LEBENSMÜDE IM ALTER
Themenwochenende

Ein häufig tabuisiertes Thema stand im Mittelpunkt dieser dreitägigen Veranstaltung. Sie begann am 29. Februar mit einer abendlichen Lesung in der Nikolaikirche aus dem Buch "Brief an D" von André Gorz, das Texte an seine schwerkranke Frau Dorine enthält. Gemeinsam mit ihr nahm sich der Sozialphilosoph und Publizist im September 2007 das Leben.
Unter der Überschrift "Ach, wenn ich doch nur sterben könnte" diskutierten am 1. März nachmittags in der Stadtakademie Pfarrer Walter Ullrich, Altenheimseelsorger am Ev. Krankenhaus Elisabethenstift Darmstadt, PD Dr. med. Barbara Schneider, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Johann Wolfgang Goethe-Universitätsklinikum Frankfurt am Main und Mitglied der Arbeitsgruppe "Alte Menschen im Nationalen Suizidpräventionsprogramm, Pfarrer Dieter Roos, Leiter der Notfallseelsorge des Evangelischen Regionalverbands Frankfurt am Main, Renata Wagner, agus e.V. - Angehörige um Suizid, Dr. thol. Uwe Sperling, Dipl. Gerontologe, Mitglied in der "Arbeitsgruppe Alte Menschen im Nationalen Suizidpräventionsprogramm" und Dr. med. Hans-Joachim Kirschenbauer, Stadtgesundheitsamt Frankfurt am Main unter der Leitung von Dr. theol. Kurt W. Schmidt, Zentrum für Ethik in der Medizin am Markus-Krankenhaus Frankfurt am Main, Ev. Akademie Arnoldshain, über Möglichkeiten des Umgangs mit Lebensmüdigkeit im Alter und der Suizidprävention (Foto). Das Themenwochenende wurde am 2. März mit einem Gesprächsgottesdienst zu Elija 1, 1. Könige 19 unter dem Motto "Nimm mein Leben, ich kann nicht mehr" in der Alten Nikolaikirche beendet. Die musikalisch ansprechende Umrahmung der drei Tage besorgte der Saxofonist Achim Rinke-Bachmann.
Kooperationspartner/innen der Veranstaltung waren das Stadtgesundheitsamt Frankfurt am Main, die Evangelische Akademie Arnoldshain, agus e.V. Frankfurt am Main (Angehörige um Suizid), das Ev. Zentrum für Beratung und Therapie, die Notfall- und Telefonseelsorge, die Arbeitsstelle mit Älteren im Evangelischen Regionalverband Frankfurt am Main, das Ev. Pfarramt für Stadtkirchenarbeit Alte Nikolaikirche, die Katholische Erwachsenenbildung sowie das Zentrum für Ethik in der Medizin am Markus-Krankenhaus Frankfurt am Main. Ein Grußwort sprach Dr. med. Sonja Stark, Leiterin des Stadtgesundheitsamtes.

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30. Januar bis 23. Februar 2008

VISIONEN FÜR FRANKFURT
Die 1950er Jahre

Die sehr gut besuchte Veranstaltungsreihe setzte sich mit den städtebaulichen Konzeptionen für den Wiederaufbau des kriegszerstörten Frankfurt zwischen Rekonstruktionen historischer Bauten und radikalem Neubeginn unter den Vorzeichen der Moderne auseinander. Am 30. Januar diskutierten der Stadtplaner Hans-Reiner Müller-Raemisch, die Denkmalpflegerin Dr. Astrid Hansen und der Architekt Felix Nowak über "Ideale des Wiederaufbaus und die Realität von heute". Sabine Mannel von der Kulturothek Frankfurt am Main veranschaulichte zahlreichen Interessierten in zwei Stadtrundgängen am 10. und 17. Februar an konkreten Beispielen die Ansätze des Wiederaufbaus. Dr. Marie-Hélène Gutberlet vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Johann Wolfgang Goethe-Universität demonstrierte anhand von Beispielen der medialen Präsenz Frankfurts in den 50er Jahren am 15. Februar die filmische "Wiedergeburt einer Weltstadt". Die Architekturhistorikerin Dr. Sandra Wagner-Conzelmann referierte am 20. Februar unter der Überschrift "Wir bauen ein besseres Leben" über den Städtebau der 50er Jahre als Gesellschaftsreform. Am 23. Februar schließlich leitete die Kunsthistorikerin Ulrike Schubert eine Exkursion zur Epiphanias- und Allerheiligenkirche, um dort "schöpferische Denkmalpflege" als Prinzip der "Kirchen der 1950er Jahre" und des "Umgangs mit dem Erbe" zu verdeutlichen.

Die Reihe wurde in Kooperation mit Dr. Hermann Düringer, Direktor der Evangelischen Akademie Arnoldshain, Ulf Kilian, Vorsitzender des Deutschen Werkbundes Hessen, und Ulrike Schubert, M.A., Kunsthistorikerin und Bauforscherin, veranstaltet.

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28. Januar 2008

BEGRÜSSUNGSEMPFANG FÜR DR. CHRISTIAN ZÜRNER

Auf Einladung der Stadtakademie feierten MitarbeiterInnen des Evangelischen Regionalverbandes und der Katholischen Erwachsenenbildung sowie Freunde und Bekannte den Arbeitsbeginn des neuen Studienleiters für Kulturwissenschaften und Neue Medien, Dr. Christian Zürner.
Neben Grußworten und einem herzhaften "frankfurterischen" Buffet gab es auch Jazzklänge: Christian Zürner, selbst Musiker, spielte am Bass mit dem Gitarristen Rainer Hartmann.

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24. Januar 2008

EVANGELISCHES PROFIL AUF KOSTEN DER MUSLIME?

Die aktuelle EKD-Handreichung "Klarheit und gute Nachbarschaft" zum Zusammenleben mit Muslimen löste bei muslimischen Gemeinschaften wie auch innerhalb der Evangelischen Kirche selbst heftige und kontroverse Reaktionen aus. In einem von Meinhardt Schmidt-Degenhard vom Hessischen Rundfunk moderierten Podiumsgespräch tauschten Hamideh Mohagheghi, Prof. Dr. Micha Brumlik, Dr. Jochen Kramm und Dr. Jürgen Micksch Argumente für und gegen das Papier aus. Während die befürwortenden Statements auf das Dialogangebot der Schrift verwiesen, wurde auf der anderen Seite ein darin problematisch verkürztes und negatives Bild des Islam kritisiert. Auch in der anschließenden Plenumsdiskussion überwogen eher skeptische Einschätzungen.

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15. Januar 2008

KREUZZUG DER NEUEN ATHEISTEN?

Die Publikationen und Statements einer "neuen atheistischen Bewegung", als deren profiliertester Protagonist Richard Dawkins mit seinem Buch "Der Gotteswahn" gelten kann, werden in der Öffentlichkeit lebhaft diskutiert. Vor gut hundert Zuhörerinnen und Zuhörern setzten sich Prof. Dr. Joachim Valentin, Leiter des Hauses am Dom Frankfurt, Prof. Dr. Peter Scherle, Direktor des Theologischen Seminars Herborn, und Dr. Michael Schmidt-Salomon, Mitglied der atheistischen Giordano-Bruno-Stiftung, in einem offensiven und konstruktiven Streitgespräch mit im öffentlichen Diskurs neu erstarkten atheistischen Positionen auseinander. Die ebenso historisch fundierten wie gegenwartsbezogenen Argumente der Podiumsteilnehmer liessen dabei die Differenzen klar zum Ausdruck kommen und motivierten die Zuhörer/innen im Anschluss zu einer regen Diskussion. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Lothar Bauerochse vom Hessischen Rundfunk.

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