23. Februar 2012
Eisenfresser
Filmabend, Regie:
Shaheen Dill-Riaz,
85 Min, D, 2007
Ort: Mal seh'n Kino
Wer wir sind
"Römer9“ – der Name der Evangelischen Stadtakademie Frankfurt a. M. ist Programm. Er bezieht sich auf die Adresse am Römerberg. Zugleich verweist der Name auf einen für das protestantische Selbstverständnis prägenden Bibeltext: Im Römerbrief ermutigt der Apostel Paulus zu Freiheit aus Glauben, die zu einer entschlossenen und verantwortungsvollen Auseinandersetzung mit der Welt führt. Diesem Impuls fühlt sich evangelische Bildungsarbeit verpflichtet. In der Evangelischen Stadtakademie wird dies konkret im Hinblick auf drei thematische Bereiche: KULTUR, RELIGION, STADT.
Wie können Religion und Kultur in einen inspirierenden und kritischen Dialog miteinander treten? Welche Impulse für die Stadtgesellscahft und Stadtpolitik Frankfurts können damit gegeben werden? Diesen Leitfragen folgt die Evangelische Stadtkademie: Mitten im Herzern der Stadt Frankfurt, zwischen Römerberg, Alter Nikolaikirche und Historischem Museum. Römer9 ist ein Ort des interdisziplinären und interreligiösen Gesprächs, der ästhetischen Bildung und des Wort-Bild-Dialogs. Formate: Vorträge, Podiumsdiskussionen, Religionsgespräche und Lesungen werden hier ebenso veranstaltet wie Ausstellungen, Konzerte, Performances und Lesungen.
Protestantisch - weltoffen streitbar

Das Team der Evangelischen Akademie in Hessen und Nassau (von rechts): Studienleitung Ole Jantschek, Studienleiter Christian Kaufmann, Studienleiter Dr. Ralph Fischer, Direktor Akademie Arnoldshain Dr. Hermann Düringer, Leiterin Evangelische Stadtakademie Römer9 Ute Knie, Geschäftsführer Ulrich Täuber, Studienleiter Dr. Huber Meisinger. Es fehlen auf dem Foto: Studienleiterin Dr. Margit Frölich, Studienleiterin Dr. Gotlind Ulshoefer, Studienleiter Dr. Kurt Schmidt.
Luther am Römer: Hier steh ich, ich kann auch anders
Mit dem Anschlag seiner 95 Thesen hat Martin Luther 1517 einen zentralen Ort gewählt für größtmögliche öffentliche Aufmerksamkeit. Die evangelischen Kirchen haben über die Jahrhunderte nicht immer die Öffentlichkeit für die Botschaft des Evangeliums im gleichen Maße interessieren können. Aber jetzt ist mit der Fusion von Römer9 und der Evangelischen Akademie Arnoldshain ein Schritt an den Frankfurter Römerberg getan, ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit.
Im Frühjahr 2012 fusionieren die Evangelische Stadtakademie Römer9 und die Evangelische Akademie Arnoldshain nach dem EKHN- Synodenbeschluss. Diese Fusion der Landesakademie mit der Stadtakademie gilt bundesweit als innovatives Modell. Mir sind im Vorfeld unterschiedliche Reaktionen begegnet: „wollt oder müsst ihr fusionieren - bleibt doch lieber bei euren originellen Angeboten - bei Protestanten gibt es mehr Solisten als Teamplayer - jetzt habt ihr gerade Römer9 in Frankfurt bekannt gemacht - bei Veränderungen weiß man nie, wie es ausgeht“… .
Es ist beeindruckend, wie die beteiligten Personen und Gremien diesen Veränderungsprozess gefördert haben. Da ich schon einige Fusionen in unserer Landeskirche erlebt habe, bin ich dankbar für diese konstruktive Unterstützung.
Was ist die Chance, was die Herausforderung?
Die neue Akademie ermöglicht konzentrierte Bildungsarbeit und kann damit das Profil zeitgenössischer evangelischer Kirche zeigen. Die Voraussetzungen dafür waren: die konstruktive Zusammenarbeit aller Bildungsakteure und dreier beteiligten Gremien, des Evangelischen Regionalverbandes, der Kirchenleitung der EKHN und der Evangelischen Akademie Arnoldshain.
Vom ERV kommen Stellen und Budget in die Neue Akademie, ebenso werden anteilig die Umbaukosten finanziert. Die EKHN übernimmt die weitere Finanzierung des Ausbaus. Die Akademie Arnoldshain bringt Stellen und Budget ein und beteiligt sich an den Investitionskosten. Übernachtungen sind in umliegenden Hotels und im Spener-Haus möglich. Bei mehrtägigen Veranstaltungen kann ab Herbst 2012 nach der Sanierung des Martin-Niemöller-Hauses in Schmitten auch dieser Traditionsort wieder genutzt werden. Für das Team von Römer9 und die Frankfurter Evangelische Kirche ist es die Herausforderung, in einer anderen Liga mitzuspielen.
Was ist das Neue, die Chance im Wandel?
1. Fokussierung auf fünf Programmbereiche: Politik/Gesellschaftspolitische Jugendbildung – Kultur – Religion – Wirtschaft – Naturwissenschaft/Medizin.
2. Sammlung statt Zersplitterung: Protestantisch – Weltoffen - Streitbar.
3. Verbindung von reformatorischer Tradition und Innovation.
4. Interdisziplinäre Zusammenarbeit, Clusterbildung, Flexibilität.
5. Gute Erreichbarkeit in der Stadtmitte.
6. Barrierefreier Zugang zu Bildung - ein Aufzug am Römerberg 9.
7. Interaktive Vernetzung, verstärkte Öffentlichkeit.
8. Intensive Zusammenarbeit mit kirchlichen und kommunalen Bildungsträgern.
9. Regionale und internationale Angebote.
10. Neue Beteiligungsformen und aktive Fördermöglichkeit.
Ute Knie, Leiterin der Evangelischen Stadtakademie Römer 9 www.roemer9.de
u.knie@roemer9.de, Tel. 069- 174 15 26 13
Foto: Rolf Oeser

